Mit fremden Augen: Foto-Experiment im Waldstraßenviertel

Schon vor längerer Zeit habe ich im Waldstraßenviertel 12 Einwegkameras an mir unbekannte Menschen verteilt. Dabei achtete ich darauf, möglichst unterschiedliche Menschen – alte und junge, Frauen wie Männer und sogar Kinder – einzubeziehen.

Ich bat die Teilnehmer, 27 Fotos (so viele Bilder hat der Film) ihres Alltags zu machen, ohne Vorgaben zu fotografieren „was Ihnen in den Sinn kommt“ und die Kamera dann an einer bestimmten Stelle abzugeben. Über den Hintergrund des Experiments sagte ich nichts.

Hier seht ihr den ersten zurückgegebenen Film – eine ausführliche Projektbeschreibung und -auswertung findet Ihr hier.

Bäume im Waldstraßenviertel

Er steckt schon im Namen „Waldstraßenviertel“ – der Wald, die Ansammlung von Bäumen. Tatsächlich gibt es im Waldstraßenviertel mehr Bäume, als auf den ersten Blick zu sehen sind. Viele grüne Hinterhöfe beherbergen – von außen unsichtbar – eine große Vielfalt an Bäumen, sowie anderen Pflanzen und Tieren. Hier soll eine Fotosammlung entstehen, die möglichst alle Baumarten zeigt, die im Viertel zu finden sind. Bitte helfen Sie dabei, indem Sie zum Beispiel noch unidentifizierte Bäume bestimmen oder Tipps geben, an welcher Stelle eine nicht so häufig vertretene Art zu finden ist … „Bäume im Waldstraßenviertel“ weiterlesen

„Eindrucksvolle Kundgebung“: Chruschtschow spricht im Zentralstadion

Im Sommer 1957 bereiste eine sowjetische Partei- und Regierungsdelegation die DDR. Auf der Tour ließ sich Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow am 9. August auch in Leipzig bejubeln; das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ schrieb dazu: „Zu einer eindrucksvollen Kundgebung im Leipziger Zentralstadion hatten sich am Freitagabend die Werktätigen der Messestadt trotz strömenden Regens zusammengefunden.“  „„Eindrucksvolle Kundgebung“: Chruschtschow spricht im Zentralstadion“ weiterlesen

Festumzug durch die Jahnallee: I. DTSF 1954

Festzug in der Jahnallee am 22. August 1954 anlässlich des I. Deutsches Turn- und Sportfestes

Von 1954 bis 1987 fand das Turn- und Sportfest der DDR achtmal in Leipzig statt. Das erste – noch als Deutsches Turn- und Sportfest – wurde auf der Festwiese neben dem geplanten Zentralstadion, im Stadion des Friedens und im Bruno-Plache-Stadion gefeiert. Mit dem 2. DTSF zog man in das neue Zentralstadion, das 1956 eröffnet wurde.

Auf diesem Foto vom 22. August ist der Festumzug durch die Straße der III. Weltfestspiele (zuvor Stalinallee, später Friedrich-Ludwig-Jahn-Allee, heute Ranstädter Steinweg) anlässlich des Abschlusses des DTSF (18. bis 22. August 1954) zu sehen. Die Kulisse bilden einige der ersten nach dem Krieg gebauten Wohnhäuser der Stadt.

Foto: unbekannter Fotograf, im Besitz von Johannes Ackner

Projekt „Alltag“: Private Fotos und Geschichten gesucht

Fotos erzählen Geschichten. Und Geschichten wollen aufgeschrieben werden. Waldstrassenviertel.org will Fotos  zeigen und alltägliche Geschichten erzählen, die ein privates Bild unseres Viertels vergangener Tage zeigen – jenseits von altbekannten Sehenswürdigkeiten und offizieller Geschichtsschreibung. „Projekt „Alltag“: Private Fotos und Geschichten gesucht“ weiterlesen

Foto entdeckt: Dr. Woldemar Frege

Dr. Woldemar Frege (um 1860)

Dieses Porträtfoto aus den 1860er-Jahren von Woldemar Frege (1811 – 1890) habe ich bei eBay entdeckt und gekauft. Der Leipziger Juraprofessor Frege war mit der Sängerin Virginia Livia Gerhard verheiratet, nach der die Liviastraße benannt ist.

Frege gilt als einer der „Gründerväter“ des Leipziger Waldstraßenviertels: Im Jahr 1855 hatte er das Areal der Großen Funkenburg (heute Funkenburgstraße) gekauft. Dieses ließ er gemeinsam mit seinem Sohn Arnold Woldemar von Frege-Weltzien ab 1889 parzellieren und verkaufen. Aufgrund spezieller Bebauungsvorschriften durch Frege entstand ein relativ einheitliches Bebauungsgebiet – das Kerngebiet des heutigen Waldstraßenviertels.

Mitstreiter gesucht!

Das Waldstraßenviertel-Blog sucht Mitstreiter! Falls du etwas über dein Viertel berichten oder erzählen willst, melde dich und bewirb dich als Redakteur. Hier kannst du spannende Geschichten über deine Nachbarn erzählen, interessante Gewerbe vorstellen oder dich öffentlich über die Laubbläser-Plage und Parkplatz-Misere ärgern. Ziel ist, als Ergänzung zu den Waldstraßenviertel-Nachrichten des Fördervereins eine tagesaktuelle Online-Stadtteilzeitung aufzubauen. Und: Die Mitarbeit ist rein ehrenamtlich, Geld gib’s natürlich keines 🙂

Unbekanntes Ringelnatz-Foto entdeckt

Historikerglück: Dieses (vermutlich) bislang unbekannte Jugendfoto von Joachim Rigelnatz (Hans Bötticher) habe ich in der Fotothek des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig entdeckt! Es zeigt Ringelnatz (2. v. r.) im Sommer 1897 im Kreise seiner Familie im „Bötticher’schen Garten“, fotografiert von Georg Köring. Das Haus befand sich in der Poniatowskistr. 12, heute Gottschedstraße.